Pfarrgemeinde St. Ludger Selm

Hausliturgie vom 09.08.2020

Feiern wir gemeinsam sonntags um 11.00 Uhr oder zu Ihrer eigenen Zeit Hausliturgie.
Die Texte der Hausliturgie vom 19. Sonntag im Jahreskreis (09.08.2020) hier als Download:

oder  direkt hier lesen.
Frühere Hausliturgien finden Sie über folgenden Link: https://stludger-selm.de/hausliturgien-der-letzten-wochen/

Hausliturgie – 19. Sonntag im Jahreskreis  A – 09.08.2020, St. Ludger Selm, Pastor Andreas Floringer

(Gesang zu Beginn: 148 1-3 Komm, her, freu dich mit uns, tritt ein …)

Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Einführung:
Gott kann man überall in der Welt begegnen,
in den wundervollen und -schönen Momenten des Daseins,
wie auch in den stürmischen Zeiten und Krisen des Lebens.
Von diesen beiden Erfahrungswirklichkeiten erzählen die Schriftlesungen,
die wir heute hören.
Doch wohl nur im Nachsinnen und im Rückblick auf diese Erfahrungen, wächst die
eigene gläubige Antwort auf die Frage nach Gott, die er uns in solchen Momenten stellt.
So bleibt die Begegnung mit Gott nie folgenlos.
Sie kann beglücken und befreien, sie kann erfreuen und beängstigen und sie kann auch erschütternd und aufrüttelnd sein und sie verlangt immer nach einer Antwort von uns.
Bringen wir unser Leben vor Gott und rufen ihn in unsere Mitte:

Kyrie:
– Herr, Jesus Christus, du kommst uns in allem entgegen:
Herr, erbarme dich.

– Du reichst uns die Hand zum Glauben:
Christus, erbarme dich.

– Du rettest uns aus Tod und Untergang:
Herr, erbarme dich.

Barmherziger Gott, nimm alle Zweifel und allen Unglauben von uns,
alles was uns trennt und hindert zu dir. Lass uns erkennen, wo du uns im Leben begegnest undstärke uns im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. Amen.

(Gloria: 383 1 Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt …)                       

Tagesgebet:

Herr, unser Gott, oft kommst du zu uns auf Leisen und unerkannten Wegen.
In unserer Zeitnot und Geschäftigkeit, sind wir häufig Blind und Taub für die Zeichen deiner Gegenwart. Öffne du unsere Augen und Ohren, unsere Herzen und Sinne, damit wir dich in unserem Leben wiederentdecken und –finden.
Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Lesung:                       1. Könige 19,9a.11-13a

Nachdem Elija 40 Tage und Nächte durch die Wüste gewandert war, kam er zum Gottesberg Horeb. Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm.
Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben.
Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer.
Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.

(Zwischengesang: 448 1-4 Herr, gib uns Mut zum Hören …)

Evangelium:            Matthäus 14,22-33

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. (Man teilte die Nacht als „Nachtwachen“ in vier Abschnitte zu je drei Stunden ein.) Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst.
Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

Predigtgedanken:

Der Gang Jesu über dem Wasser, ist für uns noch immer ein wundersames Bild im Evangelium und schnell interessiert man sich dafür, wie das wohl möglich ist?!
Aber bei diesem Bild vergisst man oft die Situation der Jünger.
Es war Nacht und es war sehr dunkel und stürmisch auf dem See.
Das Boot der Jünger wurde zu einem Spielball der Wellen, wurde von den Wellen hin- und hergeworfen, hieß es in der Erzählung.
Und ich bin mir sicher, die Jünger hatten große Angst!
Wer oder was kann uns da jetzt noch helfen und retten?
Wem oder was kann man sich da noch anvertrauen?
Daher muss Jesus wohl mitten durch den Sturm, durch die dunkle Nacht und die tobenden Wellen kommen, quasi übers Wasser gehen, um seine Jünger und Freunde in der Not überhaupt erreichen zu können! So wie ein Feuerwehrmann gegebenenfalls durchs Feuer gehen muss, um den eingeschlossenen Menschen in ihrer Not beizustehen und zu helfen, denn aus sich heraus, vermögen sie es kaum noch!

Das ist für mich das eigentliche Bild und die Botschaft des Evangeliums:
„Gott lässt uns nicht allein in unserer Not, wenn wir zu ihm rufen und uns ihm anvertrauen!“
Er kommt zu uns, selbst wenn er dabei für uns durch Nacht und Dunkelheit, durch Unwetter und Sturm hin durch muss, wenn Wasserwogen und -wellen über uns ein her schlagen oder er sogar für uns durch die Hölle und den Tod gehen muss!
So sagt mir das Bild vom Evangelium: Gott lässt uns in der Not des Lebens nicht allein!
Er lässt uns darin nicht untergehen!
Aber in großer Not und Gefahr, wie auch in Todesgefahr, mischen sich auch bei mir wohl immer Zweifel und Unglauben im Herzen ein!
Ist Gott wirklich da? Wird er mir beistehen und helfen?
Kann ich ihm vertrauen? Kann ich wirklich auf ihn bauen und mich verlassen?
Meine Ängste und Zweifel, werden da zu einem Testfall meines Glaubens!
Vielleicht bange ich dann auch um meinen Glauben und ringe mit ihm!
Vielleicht kommt mir dann der Glaube in meiner Not auch sehr zweifelhaft und gespenstisch vor und vielleicht kann ich in meiner Angst und Not Gott dann auch nicht mehr richtig sehen und erkennen! Sehe ihn auch nur sehr vage und verschwommen wie Petrus, der sagte: „Herr, wenn du es bist, dann befiehl mir – und hilf mir, dass ich zu dir komme!“
Und Jesu Wort und Aufforderung lautet immer nur: „Komm!“
„Komm zu mir!“ Hab Vertrauen, dass ich für dich da bin!
Wage den Sprung des Glaubens, des Vertrauens!
Überlass dich nicht deinen selbstmörderischen Ängsten!
Lass von ihnen ab, lass sie los und steige aus dem wackeligen Boot deiner Angst aus und du wirst sehen: „Ich bin für dich da! Ich lass dich nicht los! Ich lass dich nicht aus den Augen und schon gar nicht untergehen, weder im Leben, noch im Tod!“
Und solange Petrus dieses Vertrauen in Jesus fasst und wagt, ihn dabei fest im Blick behält und anschaut, solange trägt diese Brücke des Vertrauens den Petrus in seiner Not und die Untiefen und Stürme des Lebens können ihm nichts anhaben!
Erst als Petrus sich wieder von seinen Zweifeln und Ängsten gefangen nehmen lässt, erst da beginnt er in den Fluten unterzugehen, zu versinken!
Solange er aber Jesus im Blick behalten hat, mit ihm sprach, auf ihn hörte und auf ihn zu ging, da versank Petrus nicht! Da konnte er der Not und Gefahr trotzen, sprichwörtlich über die Wasserfluten hinwegschreiten und -gehen!
Aber als er sieht, wie heftig der Wind tobte und Petrus mehr in das Auge des Sturms und auf die wütende See blickte, als auf seinen Freund und Retter, da bekommt er es mit der Angst zu tun, heißt es im Evangelium!
Wir können auch sagen, da verlor Petrus sein Vertrauen, seinen Glauben an Jesus und erst von da an beginnt Petrus in seiner Angst zu versinken!
Mit wenigen Worten sagt das Evangelium, da wo Petrus Jesus aus den Blick verliert und nur noch dorthin schaut, was ihm Angst und Bange macht, da zieht ihn seine Angst mit runter,
da beginnt er unterzugehen!
Aber in seiner allerletzten Not, wendet sich Petrus noch einmal Jesus zu und schreit ihn bei seinem Untergang um Hilfe an! Und so heißt es ganz eindrucksvoll im Evangelium:
„Der Herr streckte sofort seine Hand aus und ergriff ihn!“
Und nicht zu Unrecht sagt Jesus dann zu Petrus: „Du Kleingläubiger, warum hast du ge-zweifelt!“

Für mich ist dieses Evangelium ein Spiegelbild für die Not- und Krisensituationen in unserem Leben. Wenn wir in unserer Not- und Verzweifelung nicht mehr ein und aus wissen und dabei ohne Vertrauen und Glauben sind, dann drohen auch wir in den Krisen, gleich welcher Art sie auch immer sind, unterzugehen!
Nur im Glauben und Vertrauen auf Gottes Hilfe und die Hilfe guter Menschen und Freunde an meiner Seite, kann ich solche Krisen- und Gefahrensituationen überstehen, überleben!
Denn wenn ich dieses letzte Vertrauen an das Gute im Leben nicht mehr habe, gleich ob an Gott oder an meine Mitmenschen, dann bin ich wirklich verloren und den lebensfeindlichen Kräften schutzlos ausgeliefert, dann gehe ich in den Stürmen und Krisen des Lebens unter, dann versinke und sterbe ich in meiner Angst und Not!
Daher kommt und geht Gott für uns durch die Stürme des Lebens hindurch und wirbt
auch darin um unser Vertrauen! Er will uns seine rettende Hand entgegenstrecken, damit
wir weder im Leben, noch im Sterben untergehen!
So hält Gott uns, in Jesus Christus, in seinem Blick und hält uns fest in seinen guten Händen, die er uns reicht. Amen.

(Credo: 820 1-3 Durch das Dunkel hindurch …)

Fürbitten

Herr, Jesus Christus, zu dir dürfen wir kommen,
weil du uns rufst. Dich bitten wir:

Für alle, die noch Unterwegs und auf Reisen sind in diesen Urlaubs- und Ferientagen, lass sie wohlbehalten und gesund heimkehren. Herr, Jesus Christus: Wir bitten dich … .

Für alle, die nach Urlaub und Ferien wieder ihre tägliche Arbeit aufnehmen müssen, lass sie immer wieder Zeiten der Ruhe und Erholung finden, Zeiten der Entspannung und Besinnung, die ihnen Kraft und Freude schenkt.

Für alle, die in Krisen und Notlagen geraten sind, führe sie heraus aus ihrer Not und lass sie den Glauben an dich und ihre Mitmenschen nicht verlieren.

Für die vielen Opfer und verunglückten Menschen der Explosion in Beiruter Hafen, nimm dich der Verunglückten an, tröste die Hinterbliebenen und laß die Verletzten schnelle Hilfe finden.

Für all unsere Verstorbenen (für: … … … ) , lass sie im Tode nicht untergehen,
komme ihnen entgegen und reiche ihnen die Hand des Lebens.

Herr, Jesus Christus, du gibst uns nicht auf und lässt uns nicht untergehen, weder im Leben, noch im Tod! Dafür danken wir dir, heute, morgen und in Ewigkeit. Amen.

Vaterunser

Brotteilen

Impuls:

Glauben –
wie geht das?

Gespenster sehen
den Teufel an die Wand malen –

zu gerne
fallen wir darauf herein
wenn die Wogen hochgehen

unser Kleinglaube
kann dann nicht retten

und die große Show
fällt prompt ins Wasser

furchtloses Vertrauen
entsteht dort

wo Jesus Zugriff hat
mitten im Untergang

Charis Doepgen OSB

Schlußgebet und Segen:

Herr, unser Gott, oft bläst uns der Wind ins Gesicht.
Wir mühen uns ab und sehen wenig Erfolg.
Doch wir glauben und vertrauen,
dass du unser Leben in deinen guten Händen hältst
und alles bei uns zu einem guten Ende führst.
Dazu segne uns: Im Namen des Vaters und des Sohnes …

(Schlußlied: 842 1-3 Keinen Tag soll es geben …)



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