Pfarrgemeinde St. Ludger Selm

Hausliturgie am 18. Sonntag im JK – 01.08.2021

Bild: Christiane Raabe in: Pfarrbriefservice.de

Feiern wir gemeinsam am Samstag um 17.00 Uhr oder zu Ihrer eigenen Zeit Hausliturgie. Die Texte der Hausliturgie zum 18. Sonntag im JK B (01.08.2021) hier als Download:

oder  direkt hier lesen.
Frühere Hausliturgien finden Sie über folgenden Link:
https://stludger-selm.de/hausliturgien-der-letzten-wochen/


Hausliturgie am 18. Sonntag im JK B

(Lied: 148 1-3 Komm her, freu dich mit uns)

Beginn mit dem Kreuzzeichen:

+ Im Namen des Vaters + und des Sohnes + und des Heiligen Geistes. Amen.
V: Der Herr sei mit euch:
A: Und mit seinem Geiste!

Liebe Gemeinde,
für unser irdisches Leben brauchen wir Nahrung und Kleidung,
Wohnung und Arbeit sowie ein Dach über‘n Kopf, das ist nur selbstverständlich!
In der Bitte des Vaterunsers schwingt all das mit, wenn wir beten:
,,Unser tägliches Brot gib uns heute!“.
Neben allen materiellen und körperlichen Hunger
gibt es auch den geistigen und seelischen Hunger:
Hunger nach Lebenssinn, nach Hoffnung und Zukunft,
nach Annahme, Halt und Liebe, nach Zuspruch und Segen!
Jesus will all unseren Lebenshunger stillen, wenn er heute im Johannesevangelium sagt: ,,Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern!“

So wollen wir Christus, der unseren leiblichen und seelischen Hunger in der Mahlgemeinschaft mit ihm stillen will, in unsere Mitte rufen:
– Herr Jesus Christus, du bist das Brot das vom Himmel herabgekommen ist.
Herr, erbarme dich.
– Wer von deinem Brot ist, wird leben.
Christus, erbarme dich.
– Du bist die Speise, die nicht verdirbt.
Herr, erbarme dich.

Es erbarme sich unser, der gütige und barmherzige Gott.
Er nehme von uns, was uns an Leib und Seele krank macht,
was unserem Herzen schadet. So stille er unseren Lebenshunger,
in dem Wort und Brot, das er uns reicht und schenkt. Amen.

(Gloria: 389 1+2 Dass du mich einstimmen lässt)

Tagesgebet:

Gott, unser Vater,
steh uns bei und erweise allen,
die zu dir rufen, deine Liebe.
Du bist der Schöpfer unseres Lebens
und schenkst uns alles,
was wir zum Leben brauchen.
So erhalte uns in deiner Gnade
und führe uns zur Fülle des Lebens,
in Christus, unseren Herrn. Amen.

Lesung aus dem Buch Exodus: Ex 16,2-4.12-15

In jenen Tagen murrte die ganze Gemeinde der Israeliten in der Wüste gegen Mose und Aaron. Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten durch die Hand des Herrn gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt, um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen. Da sprach der Herr zu Mose:
Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht. Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: In der Abenddäm-merung werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt werden von Brot und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr, euer Gott, bin. Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde. Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.

– Wort des lebendigen Gottes –

(Lied: 378 1-3 Brot, das die Hoffnung nährt)

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes: Joh 6,24-35

In jener Zeit, als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger am Ufer des Sees von Galiläa waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafárnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn:
Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Jesus antwortete ihnen:
Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt,
sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird!
Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt,
den er gesandt hat.
Sie sagten zu ihm: Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.
Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!
Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt,
wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

– Evangelium, frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus –

Predigtgedanken:

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen!“
Menschen, denen es seelisch nicht gut geht, leiden zuweilen an Appetitlosigkeit.
Oft gehen Trauer und Schmerz sowie körperliche Krankheiten, wie allein schon eine Grippe, mit mangelndem Appetit und Hunger einher!
Befindet sich der Mensch auf dem Weg der Besserung, kommt auch sein Appetit wieder zurück.
Als Zeichen der Genesung heißt es dann: Der Patient hat wieder etwas zu sich genommen, hat wieder etwas gegessen! Er hat wieder Appetit!
Die Entsagung oder Verweigerung von Nahrung führt jedenfalls in den Tod!
Gott wünscht uns aber nicht den Tod, sondern das Leben!
Vielleicht schenkt er uns sich deshalb auch im Zeichen und in der Gestalt des Brotes.
Schon im Alten Testament gibt es ein schönes Beispiel dazu:
Als der Prophet Elija geistig und körperlich erschöpft und am Ende ist, er sich unter einem Ginsterstrauch zum Schlafen legt und am liebsten Sterben möchte, da schickt Gott ihm ein Engel vorbei, der ihm etwas zu Essen und zu Trinken bringt! Und als das noch nicht zur Kräftigung und Stärkung Elijas reicht, tut es Gott ein weiteres Mal!
Eine Gabe Gottes, worin er uns seine ganze Liebe zeigt und schenkt, ist seine Schöpfung, seine Geschöpfe und das Übermaß an Gütern, Nahrung und Lebens-Mitteln, die die Erde für uns bereithält, damit wir leben – überleben können!
Seine Gaben geben unseren Körpern Kraft und sie erfreuen und stärken unseren Geist! Sie machen uns scheinbar immer wieder neu Appetit auf das Leben!
Die Gaben seiner Schöpfung verbinden uns mit seinem Göttlichen Leben und verbinden uns untereinander, gerade auch da, wo wir sie miteinander teilen!
Am deutlichsten wird dies für uns sichtbar in der Eucharistie, die wir miteinander feiern!
Gott selbst teilt sich uns darin mit, in seinem Wort und in Brot und Wein,
in Christi Leib und Blut, als Speise und Trank für unser Leben!
Gott will, dass wir Ihn selbst in uns aufnehmen und von ihm satt werden!
Er möchte, so verrückt es klingt, ganz in uns sein, unser ganzes Leben durchdringen
und in uns selbst, in Fleisch und Blut, übergehen – damit wir göttlich werden!
Damit Gott ganz in uns ist und wir in Ihm sind!
Was für ein Gott, der sich so von uns verzehren lässt, damit wir nie mehr Hunger und Durst leiden müssen,
weder leiblich, noch seelisch!
Darauf gibt er uns sein Wort, dazu schenkt er sich uns in dem Brot, dass er uns reicht. Amen!

(Credo: 748 1-3, 6-8 Du bist das Brot)

Fürbitten:

Gott, unser Vater, in deinem Sohn Jesus Christus, schenkst du uns Anteil am Göttlichen Leben,
dich bitten wir:

Für uns Christen, dass wir mutig eintreten für eine gerechtere Verteilung der Gaben und Güter dieser Erde, damit alle Menschen satt werden und leben können.
– Gott, unser Vater: (A) Wir bitten dich, erhöre uns.

Für die Geschädigten und Betroffenen der Flutkatastrophe in unserem Land und in unseren Nachbarländern, dass sie gute Unterstützung, schnelle Hilfe und Versorgung finden.
– Gott, unser Vater: (A) Wir bitten dich, erhöre uns.

Für die verantwortlichen Träger in Staat und Gesellschaft, in Politik und Wirtschaft, dass sie sich mehr für soziale Gerechtigkeit, für den Umweltschutz und den Frieden in der Welt engagieren.
– Gott, unser Vater: (A) Wir bitten dich, erhöre uns.

Für alle, die innere Not und Mangel leiden, deren Seelen hungern und dürsten,
um Trost und Heilung ihrer Herzen.
– Gott, unser Vater: (A) Wir bitten dich, erhöre uns.

Für unsere Verstorbenen (für: …………………… ) und all unsere Toten,
schenke du ihnen das verheißene Leben in Fülle.
– Gott, unser Vater: (A) Wir bitten dich, erhöre uns.

Gott, unser Vater, in deinem Sohn Jesus Christus reichst du uns das Brot des Lebens. Dafür danken wir dir und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Gemeinsames beten des Vaterunsers

Brechen und teilen von Brot

Schlussgebet und Segen:

Barmherziger Gott,
durch deine Gaben empfangen wir neue Lebenskraft.
Versage uns nicht deine Hilfe und bleibe bei uns in Not und Gefahr,
damit wir bei dir das Leben in Fülle finden.
Dazu segne uns:
+ Im Namen des Vaters, des Sohnes + und des Heiligen Geistes + Amen.

(Lied: 456 1,2,4 Herr, du bist mein Leben)

Hier die Hausliturgien der letzten Wochen
https://stludger-selm.de/hausliturgien-der-letzten-wochen/