Pfarrgemeinde St. Ludger Selm

Hausliturgie zum 2. Fastensonntag im JK B – 28.02.2021

Feiern wir gemeinsam am Samstag um 17.00 Uhr oder zu Ihrer eigenen Zeit Hausliturgie.
Die Texte der Hausliturgie zum 2. Fastensonntag im JK B (28.02.2021) hier als Download:

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Frühere Hausliturgien finden Sie über folgenden Link:
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Hausliturgie zum 2. Fastensonntag im JK B- 28.02.2021

Einleitung:

In der Fastenzeit gehen wir mit Jesus auf das Osterfest zu. Am 2. Fastensonntag nimmt uns Jesus mit auf den Berg der Verklärung. Dort zeigt er sich in seiner göttlichen Herrlichkeit und öffnet unsere Augen für die größere Wirklichkeit Gottes.

Das Hauptthema des Römerbriefes wird in der Lesung unterstrichen, und zwar Gottes Gerechtigkeit in und durch diesen Jesus Christus. Durch die Sendung Jesu verhilft Gott vielen zur Gerechtigkeit. Und er bleibt unser Fürsprecher bis zum jüngsten Gericht.

Am Beginn dieser Feier treten wir vor Ihn, der als Auferstandener in unserer Mitte gegenwärtig ist, hin und huldigen wir ihm als unserem Heiland und Erlöser.

Kyrie: GL 273: O Herr, nimm unsre Schuld. Oder:

Herr Jesus Christus, dein göttlicher Glanz erhellt uns Leben.
Herr, erbarme dich.

Du bist Gottes geliebter Sohn, auf den wir hören sollen.
Christus, erbarme dich.

Du bist durch den Tod hindurch gegangen und von den Toten auferstanden.
Herr, erbarme dich.

Gebet:

Gott, du hast uns geboten,
auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
und reinige die Augen unseres Geistes,
damit wir fähig werden,
deine Herrlichkeit zu erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

2. Lesung: Röm. 8, 31b – 34

Schwestern und Brüder! bist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht. Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, er sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.  

Evangelium: Mk. 9, 2-10

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihnen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien ihnen Elíja und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elíja. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und überschattete sie und es erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.
Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemanden mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

Predigtgedanken: OFFENER HIMMEL

Gottesbegegnungen

Heute würde man das als „Aha“-Erlebnis“, einer „Aha“-Erfahrung bezeichnen, etwas, was den Menschen in Staunen versetzt, wo sich ihm etwas offenbart, etwas, was ihm Augen und Ohren öffnet. Von so einer Erfahrung der Jünger erzählt das Evangelium.
Wenn sich der Himmel „öffnet“, dann wird etwas erkennbar, was zuerst im Verborgenen war. Die biblische Sprache bringt so auf anschauliche Weise ihre Botschaft den Menschen nahe: Es wird verkündet, was in dieser Begegnung gehört, erkannt, offenbar geworden ist.

            „Da kam eine Wolke und überschattete sie
            und es erscholl eine Stimme aus der Wolke:
            Dieser ist mein geliebter Sohn;
            auf ihn sollt ihr hören
.“

Einfach himmlisch.
Die „himmlische Begegnung“ auf dem Berg (Tabor?), die ein „gutes Ende“ erhoffen lässt, gibt einen tiefen Einblick in die Beziehung Gottes zu Jesus. Schon bei der Taufe Jesu wird dies verkündet: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“. Diese Offenbarung wird noch ein drittes Mal im Markusevangelium verkündet: unter dem Kreuz. Dort bekennt der römische Hauptmann „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn“.
Wer soll die Botschaft hören, an wen sind die himmlischen Worte gerichtet? – In beiden Bibelstellen wird das Wesentliche, Entscheidende über Jesus gesagt. Diese himmlische Begegnung, an der die Begleiter Jesu teil hatten, ist verbunden mit dem Auftrag an die Jünger: auf ihn zu hören!
„Da erschien ihnen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus.“ Sie, die wichtigsten Propheten des Judentums, stehen ihm zur Seite, beiseite, als er in himmlische Sphären entrückt.
Die Wolke bedeutet Gottes Gegenwart und es wird ihnen Jesus, als der geliebte Sohn Gottes offenbart. Doch dann verschwindet das, was die Freunde vermeint gesehen zu haben, wofür sie sogar Hütten bauen wollten! Dieser „himmlische Ein- und Ausblick“ hat eine Veränderung in ihnen bewirkt.
Die Frage stellt sich: Was bleibt ihnen, was können sie von dieser Offenbarung auf dem Weg mit Jesus mitnehmen?
„Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.“
Hinabsteigen, zurückkehren in den Alltag braucht Zeit, denn das „Unglaubliche“ bedarf einer Erklärung, einer Darlegung, einer Antwort auf die himmlischen Worte. Sie suchten im Gespräch mit Jesus eine Antwort auf ihre Frage, was das sei: von den Toten auferstehen“. Sie nehmen diese Worte, die bereits das Ostergeheimnis vorwegnehmen, mit auf ihren Weg mit Jesus, dem geliebten Sohn Gottes, wie sie ihn auf dem Berg Tabor erfahren haben.
Erst unmittelbar nach seinem Tod „darf“ der römische, heidnische Hauptmann als Bekenntnis sagen: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.“ (Mk 15,39). Die Erfahrung, dass Gott seinen geliebten Sohn aus dem Tod auferweckt hat, bestimmte im beginnenden und sich langsam ausbreitendenden Christentum die Erzählungen aus dem Leben Jesu. Nun ist es ist kein Geheimnis mehr, dass Jesus der Messias, Gottes geliebter Sohn ist. Offen darf es nun verkündet werden.
Für die Fastenzeit nehmen wir uns gerne gute Vorsätze. Das Fasten soll uns helfen Gott näher zu kommen. Meist sind es Vorsätze, auf etwas zu verzichten. Für diese Fastenzeit lade ich Sie ein, etwas bewusst einzunehmen. Und zwar die Haltung der Offenheit, die uns auf die Person mit ihrer Würde blicken lässt. Ich lade Sie ein, immer wieder dahinter zu blicken – hinter die Äußerlichkeiten und unter die Oberfläche. Denn was kann uns Gott näherbringen, als den Menschen mit Würde zu begegnen – so wie er geschaffen ist. 
Jetzt erst, in der Gesamtheit der Erinnerung, kann das Ende am Kreuz, dem Jesus ausgeliefert wurde, gedeutet werden, im Lichte der Hoffnung und im Vertrauen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. So können die Tage auf Ostern hin zur sprudelnden Quelle werden, die unsere Hoffnung bestärkt. 

Fürbitten:

Plötzlich sahen die Jünger Jesus in einem ganz anderen Licht. Dass auch wir das, was uns in dieser Pandemie irritiert und mutlos macht, in einem anderen Licht sehen können, bitten wir den Vater:

Für alle, die dein Wort verkünden;
für die, die darin Weisung für ihr Leben suchen;
für die, die sich im Rahmen ihrer Taufvorbereitung ganz besonders damit auseinandersetzen.

Gott, der Gerechtigkeit, ………….

Für die, die derzeit ganz konkret unter den Folgen des Klimawandels leiden; für die, die sich um Nachhaltigkeit bemühen; für die, die noch zögern, ihre Lebensweise zu überdenken.

Für die, die in der Begegnung mit der Natur Abstand zu ihren Sorgen finden; für die, die sich ehrenamtlich in den vielen Test- und Impfstraßen engagieren; für die, die sich nicht damit abfinden können, dass ihre derzeitigen Lebensumstände nicht ihren Erwartungen entsprechen.

Für die, die Schmerzen und Leid nicht als Teil menschlichen Lebens akzeptieren können; für die, die andere in ihrem Leid begleiten; für die, die anderen durch ihr Beispiel Mut machen.

Für die mehr als 2,5 Million weltweit und für die mehr als 68.000 Verstorbenen, die im Zusammenhang mit Corona verstorben sind, für die wir erhoffen, dass sie deine Herrlichkeit schauen können.

Dass wir wirklich am Ende unseres irdischen Lebens bei dir ankommen, können wir nicht als sicher annehmen. Aber unser Tun auf diesem Weg dahin, können wir nach dir ausrichten. Dafür erbitten wir deine Hilfe und deinen Segen, jetzt und alle Tage. – Amen.  

Vater unser

Gebet:

Herr, Jesus Christus,
du hast die Jünger auf den Berg der Verklärung geführt,
damit sie die ganze Weite des Glaubens erkennen konnten.
Du hast ihnen gezeigt, wie strahlend das aus dir hervorleuchtet,
was du an Gottesliebe zu verkündigen hast und ihnen auch den Blick auf die Vorbilder der vergangenen Zeit vor Augen geführt.
Wir haben dir in dieser Welt viele „Hütten“ gebaut – wir und unsere Vorfahren.
Hilf uns, dass unsere Kirchen sich füllen mit Glaubenskraft und Stärke, damit sie den Menschen ein wahrer Ort der Gottesbegegnung werden können.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen. 

Segen:

Es segne uns der Vater, der in seiner Liebe Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – ja Ewigkeit – in Händen hält.
Es segne uns der Sohn, der um alles weiß, was unser menschliches Leben ausmacht.
Es segne uns die göttliche Kraft der Geist in des Lebens, damit wir wachsen im Glauben und in der Liebe.



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